Dauerausstellung „Geographische und historische Bedeutung des Wolmirstedter Burgberges“

Der Wolmirstedter Schlossberg liegt mehr als zwölf Meter oberhalb des nördlichen Ufers der Ohre.

Der Burghügel – als Grundmoräne aus der letzten Eiszeit – bot gute Siedlungsbedingungen gegenüber dem feuchten Niederungsgebiet des Elbeurstromtales.

Erste Besiedlungsspuren sind hier aus der Jungsteinzeit bekannt, weitere Funde sind aus der späten Bronzezeit und der Eisenzeit bezeugt.

Ursprünglich mündete am Fuße des Burgberges die Ohre in die Elbe.
Davon zeugt eine Notiz von Bischof Thietmar von Merseburg aus dem Jahr 1009: „Walmerstidi, slawisch Ustiure genannt, weil hier die Ara (Ohre) und die Elbe zusammenfließen.“

Im 13. Jahrhundert suchte sich die Elbe ein neues Flussbett, seither wird das alte von der Ohre eingenommen.

Der Ohreverlauf markierte die Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und der Nordmark.

Das im Jahr 1208 erwähnte „neue Schloss“ ließ Albrecht II. von Brandenburg, Markgraf der Nordmark, erbauen.

Eine größere Umbauphase erlebte die Burganlage unter der Herrschaft von Administrator Joachim Friedrich (1570-1598). Er ließ den „neuen Palas“ errichten und Veränderungen an der Schlosskapelle vornehmen.

1680 fielen mit dem Tod des letzten Administrators, nach den Bestimmungen des Westfälischen Friedens, das Erzstift Magdeburg und somit auch das Schloss Wolmirstedt an das weltliche Herzogtum Brandenburg.

Seit 1797 nutzt das Gericht den „neuen Palas“ als Amtssitz.

Bis zum Ende des preußischen Staates wurden die Gebäude und die dazugehörigen Ländereien als Domäne an verschiedene Pächter übertragen.

Von 1945-1989 befanden sich verschiedene Betriebe und Organisationen in den Gebäuden der Unterburg.
Ende der 1970er Jahre erfolgte ein Beschluss der Kreisleitung, die Schlossdomäne zum kulturellen Zentrum der Stadt umzugestalten.
Daraufhin zog das Museum nach einer Umbauphase im Jahr 1982 in die Bruchsteinscheune.

Eine kontinuierliche Umgestaltung der Schlossdomäne fand ab dem Jahr 2003 statt. In diesem Zuge konnten umfangreiche baubegleitende archäologische Untersuchungen durchgeführt werden. Damit war die Möglichkeit gegeben, umfassende Einblicke in den Untergrund des Schlossberges zu bekommen.

Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet das Modell der Schlossdomäne.

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